„Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen“

Techniker der Wilhelm-Maybach-Schule präsentieren Abschlussarbeiten

b1Heilbronn - Der schönste Moment sei gewesen, als sich der Roboterarm mit Hilfe ihres Computerprogramms endlich in die richtige Richtung bewegt hat. Darin sind sich Bastian Scheithauer, Markus Umminger und Sven Zartmann einig. Unzählige Stunden haben die drei daran getüftelt. Jetzt müssen kleine Typenschilder, bevor sie beschriftet werden, nicht mehr von Hand auf einem Träger befestigt werden, sondern werden automatisch von einer Kamera erkannt und von einem Roboter bewegt.

Dieses Projekt ist eine von 66 Abschlussarbeiten, die die Absolventen der Fachschule für Technik am Wochenende in der Wilhelm-Maybach-Schule vorgestellt haben. Sie alle würden wohl das Anton-Bruckner-Zitat unterschreiben, mit dem Bastian Scheithauer, Markus Umminger und Sven Zartmann ihre Präsentation beendet haben: „Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen“.

Immer wieder habe es „tote Punkte“ gegeben, berichtet Umminger, an denen die Motivation durch das Team eine große Hilfe gewesen sei. Zwar möchten die verantwortlichen Lehrer keine Arbeit besonders herausstellen, freuen sich aber, dass Markus Umminger, nachdem er vor einigen Jahren den Maybachpreis erhalten hat als bester Berufsschüler im Bereich Mechatronik, nun auch erfolgreich seine Technikerausbildung an der Maybach-Schule absolviert hat.

b2Laura Holzner gehört zu den sieben Technikerinnen des Jahrgangs 2014. Die technische Zeichnerin hat ein Pressenwerkzeug konstruiert, mit dem Scheibenwischer für den Auto-Prototypenbau leichter gefertigt werden können. Die Zusammenarbeit mit den männlichen Kollegen hat sie als „völlig unkompliziert“ empfunden. Jeder habe jeden unterstützt: „Wir Frauen wurden vor allem gefragt, wenn es um Zeichnungen und CAD-Programme ging, umgekehrt haben die Männer geholfen, wenn technische Details zu klären waren.“

b3Der Stand mit dem Projekt von Steffen Holspach und Johannes Noller fällt wegen der Lautstärke auf, die dort die Druckluft erzeugt. Sie haben eine Maschine projektiert und realisiert, mit der im Labor die Abfüllung von flüssigen Medikamenten getestet werden kann, bevor diese in Serie geht. „Bei Medikamenten ist die Dosis besonders wichtig, hier muss hochpräzise gearbeitet werden“, erläutert Holspach. Bisher mussten viele Messdaten im Labor von Hand erfasst werden. Das geht nun automatisch.

Wie viel Zeit er in sein Projekt gesteckt hat, kann Holspach nicht sagen: „Nach 300 Stunden habe ich aufgehört zu zählen.“ Die Freizeit habe ziemlich gelitten. Überhaupt sei es nicht leicht gewesen, nach zehn Jahren im Betrieb wieder die Schulbank zu drücken. Aber die zwei Jahre Weiterbildung haben sich gelohnt. Seine Firma wartet bereits darauf, mit den Fülltests beginnen zu können. (en)

 

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