Wortwitz, Szenenkomik und hervorragende Leistungen der Schauspieler

matchpointWenn Schülerinnen und Schüler in der Aula der Wilhelm-Maybach-Schule Tennis spielen und Champagnercocktails trinken, dann haben die Theater-Seminarkurse des Technischen Gymnasiums die Bühne erobert. In diesem Jahr stand an zwei Abenden die Adaption des Films „Match Point“ von Woody Allen auf dem Spielplan. Darin steigt der Tennislehrer Chris Wilton durch Hochzeit auf in die Champagner trinkende Londoner High Society. Das bestätigt seine Überzeugung, dass im Leben mehr vom Glück als vom Talent abhängt und außerhalb der eigenen Kontrolle liegt: „Es gibt Augenblicke in einem Match, da trifft der Ball die Netzkante und kann für den Bruchteil einer Sekunde nach vorn oder nach hinten fallen.“

Die Inszenierung (Regie: Hanns-Jakob Eckert-Schwegler und Holger Eisfelder) lebte vor allem durch Wortwitz und Szenenkomik sowie durch die hervorragende Leistung der drei Hauptdarsteller. Elif Henden spielte eine quirlige, aber völlig unbedarfte Ehefrau, Josefine Karlin eine sowohl verführerische als auch verzweifelte Geliebte von Chris Wilton. Dessen Unentschlossenheit und Skrupellosigkeit verkörperte Hannes Mandel durch seine distanziert-zurückhaltenden Auftritte besonders glaubwürdig. Seine Interpretation der Rolle legte den Verdacht nahe, dass Glück haben nicht zwangsläufig zum Glücklich-Sein führt.

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Geprägt wurde die Aufführung zudem von dem aufwändigen und mit Liebe zum Detail gestalteten Bühnenbild. Die dadurch bedingten zahlreichen Umbaupausen machten „Match Point“ zu „einem Woody Allen in Wagneroperlänge“, wie einer der Darsteller bereits bei der Begrüßung charmant angekündigt hatte. Am Ende gab es deshalb lang anhaltenden Applaus auch für die Bühnenarbeiter, vor allem aber für das große Engagement aller 21 Schülerinnen und Schüler, die vor und hinter der Bühne beteiligt waren. (en)

 

 

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