„Gucken Sie ihn an, aber bitte nicht mit den Fingern!“

Maybach-Vorstellung 4a

Der Anblick des blankpolierten Maybach vor dem Schulhaus war verlockend – Anfassen war trotzdem nicht erlaubt. „Gucken Sie ihn an, aber bitte nicht mit den Fingern!“, bat Klaus Schellenberger vom Förderverein, der den neuen Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Maybach-Schule das Fahrzeug vorstellte. Diese machten dafür umso mehr Fotos von dem Oldtimer.

Maybach-Vorstellung 3Klaus Schellenberger war es, der 1983 als Lehrer an der WMS „ohne Teile und ohne Geld und nur mit einer Idee“ begonnen hatte, zunächst ein einzelnes Maybach-Teil nachzubauen. Daraus wurde in 18-jähriger Projektarbeit der „einzige Maybach, der mit 90 Prozent Originalteilen aus ganz Europa zusammengefügt wurde“ – und seitdem der WMS gehört.

16 Schulklassen kamen in den Genuss, zu Beginn des Schuljahres den Maybach in Augenschein nehmen und mit Klaus Schellenberger fachsimpeln zu dürfen über Schwingachsen, Getriebeeinstellungen und Bienenwabenkühler. Von 8 bis 14 Uhr erzählte der Experte unermüdlich und sehr kurzweilig die Maybach-Geschichte der WMS und erfüllte bereitwillig immer wieder Sonderwünsche („Können Sie den Maybach mal anlassen?“, „Können Sie uns den Motor zeigen?“).

Maybach-Vorstellung 2Was alle Klassen wissen wollten: Welchen Wert hat der Maybach? Rückfrage Schellenberger: „Wie wollen Sie Herzblut messen?“ 200 Schülerinnen und Schüler, 12 Lehrer und 15 Firmen hätten in einer „großen Gemeinschaftsaufgabe“ das Unmögliche möglich gemacht. Daher sei der Maybach unverkäuflich. Einen Anhaltspunkt nannte Schellenberger dann aber doch: In den letzten Jahren seien zwei Maybachs in einem ähnlich guten Zustand verkauft worden – für 700.000 Euro und für 1,1 Millionen Euro.

Für deutlich weniger Geld kann der Maybach samt Fahrer vom Förderverein gemietet werden, etwa von Firmen oder für Hochzeiten. Mit dem Geld wird der Unterhalt des Maybachs finanziert – zuletzt musste der Motor erneuert werden. Der Oldtimer sei in einem „Top-Zustand“ und könne mindestens noch 30 Jahre halten, prognostizierte Schellenberger. „Wenn er gut behandelt wird, auch noch länger.“ (en)

 

 

 

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