Technikerklassen auf Studienfahrt in London

Guter Brauch ist es bereits seit Jahren, dass sich im Frühjahr Schüler der Technikerklassen der Abteilung Fertigungstechnik auf den Weg machen nach England, dem Mutterland der Industrialisierung. Vier Tage lang war London Ziel der Studienfahrt.

Eine Reise nach London muss nicht nur ein touristisches Unterfangen sein. Es verschafft einem ebenso die Möglichkeit, die Grundlagen vieler technischer Errungenschaften, die wir heute als selbstverständlich erachten, persönlich in Augenschein zu nehmen. Darüber hinaus bietet sie auch Anschauung, wie wir mit technischen Lösungen Herausforderungen der Zukunft meistern können. Und dann hatten die Schüler auch Gelegenheit, die Produktionsstätte eines der führenden Exportunternehmen Großbritanniens besuchen zu dürfen.

Kaum in London angekommen, führte der Weg erst einmal nach Greenwich. Jegliches Gerät zur GPS-Ortung, jedes Navigationssystem im Privatfahrzeug, die Geräte moderner Telekommunikationstechniken, die ganze Logistik in unserer globalisierten Weltwirtschaft u.v.m. wären undenkbar ohne das Netz von Längen- und Breitengraden, das sich unsichtbar über unseren Globus legt. Der Orientierungspunkt hierfür ist früher wie heute der 0-Meridian, der durch Greenwich verläuft. Und hier lässt sich auch in Ausstellungen nachvollziehen, wie die Technik moderner Navigation ihren Anfang nahm.

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Am nächsten Tag ging es in die östlichen Vororte Londons, um sich dort die „Thames Barrier“, die Themsesperre anzusehen, die London seit den 80er Jahren vor Überflutungen schützt. Wie viele Metropolen der Welt, liegt London nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und eindringendes Nordseewasser kann die Themse so weit nach oben drücken, dass Teile von London ohne Schutz immer wieder unter Wasser stünden. Neben einem Blick auf das mächtige Bauwerk zu werfen hatten die Schüler auch Gelegenheit in einem Informationszentrum zu erfahren, welcher technische Aufwand betrieben werden muss, worin die ökonomischen Notwendigkeiten aber auch die ökologischen Folgen bestehen.

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Eine Selbstverständlichkeit für jeden angehenden Techniker sollte ein Besuch des Science Museums sein. So führte der Weg der Heilbronner Technikerschüler auch dorthin. In diesem riesigen Ausstellungsgebäude findet sich nahezu alles, was man gesehen haben muss, um eine Vorstellung von der Geschichte der industriellen Fertigung zu gewinnen. Dies tun zu können durch Betrachtung von Originalexponaten, z.B. früher Dampfmaschinen, den ersten Werkzeugmaschinen oder verschiedener Industrieprodukte aus allen Epochen, beeindruckt eben doch nachhaltiger als darüber in Büchern oder im Internet zu lesen. Doch nicht nur Historisches, auch Einblicke in mögliche technische Entwicklungen der Zukunft bietet dieses Museum.

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Am letzten Tag ging es vor die Tore von London, nach Basildon. Dort befindet sich das Traktorenwerk von New Holland, eines der führenden agrartechnischen Industrieunternehmen weltweit. In Vorträgen und Führungen erhielten die Schüler einen umfassenden Einblick sowohl in die Technik moderner Agrarmaschinen als auch in die Logistik und Organisation qualitätsorientierter Produktion. Für die Offenheit und Ausführlichkeit, mit der die Informationen bereitgestellt wurden, fühlen wir uns zu großem Dank verpflichtet.

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London bildet und ist also nicht nur ein touristisches Ziel – aber eben doch auch. Teile des Programms waren deswegen auch eine Stadtrundfahrt und ein gemeinsamer Besuch des Flohmarkts in der Portobello Road. Und es wurde sichergestellt, dass den Schülern genug Zeit blieb, um auf eigene Faust ihren touristischen Bedürfnissen nachkommen zu können. So dass, als am Abend des letzten Tags der Reise der Bus wieder in Heilbronn einrollte, alle Beteiligten der Meinung waren, diese Fahrt sei eine runde Sache gewesen. (do)