Neue Schulart AVdual setzt auf individualisiertes Lernen

Individualisiertes LernenSeit diesem Schuljahr gibt es an der Wilhelm-Maybach-Schule (WMS) die neue Schulart „Ausbildungsvorbereitung dual“ (AVdual). In drei Klassen werden über 40 Schülerinnen und Schüler mit und ohne Hauptschulabschluss unterrichtet. Dabei knüpft die WMS an die erfolgreiche Arbeit im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und im Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB) an. In beiden Schularten wurden von der WMS bislang überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler in eine Ausbildung vermittelt. AVdual ersetzt diese beiden Schularten. Denn im AVdual sollen die Jugendlichen noch stärker individuell darin unterstützt werden, dass sie nach einem Jahr eine Ausbildung beginnen können. Zudem können sie ihren Hauptschulabschluss verbessern oder einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss erreichen.

Zentral bleibt, wie in BVJ und VAB, auch im AVdual das Betriebspraktikum. An der WMS absolvieren die Schülerinnen und Schüler drei Blockpraktika von zwei bzw. drei Wochen. Betreut werden sie dabei von ihren Lehrerinnen und Lehrern sowie der AVdual-Begleiterin Stephanie Winkler. Sie ist das Bindeglied zwischen Schule, Betrieb, Kammern und Familie. Die AVdual-Begleiterin besucht die Jugendlichen u.a. an ihrem Praktikumsplatz und kümmert sich darum, dass sie in eine Ausbildung vermittelt werden. Die AVdual-Begleiterin wird von der Stadt und dem Land finanziert. Berufliches Vorwissen erwerben die Schülerinnen und Schüler an der WMS vor allem in Metalltechnik, aber auch in den Bereichen Farbe und Holz sowie Elektrotechnik.

Ein weiterer Baustein, um die Schülerinnen und Schüler im AVdual individuell zu fördern, ist das niveaudifferenzierte Lernen. Das bedeutet, dass die Aufgaben, zum Beispiel in der Werkstatt oder auf Arbeitsblättern, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gestellt werden, sodass die Jugendlichen auf dem für sie passenden Lernniveau arbeiten können. Zum individuellen Lernen gehört auch die so genannte offene Lernzeit: In vier Stunden pro Woche bearbeiten die Jugendlichen selbstverantwortlich Aufgaben, die ihnen von den Fachlehrern gestellt wurden. Ihre Erfahrungen damit dokumentieren die Jugendlichen in ihrem Lerntagebuch.

Zudem wird jede Schülerin und jeder Schüler im AVdual von einem Lernberater unterstützt. Lernberater sind Lehrerinnen und Lehrer der WMS, die etwa alle zwei Wochen u.a. auf der Grundlage des Lerntagebuchs in einem Gespräch mit dem Schüler oder der Schülerin reflektieren, in welchen Fächern und bei welchen Kompetenzen er oder sie Fortschritte gemacht hat und wobei er oder sie Hilfe braucht. Dabei können aber auch private Probleme oder Konflikte in der Klasse angesprochen werden. Pro Klasse gibt es an der WMS drei Lernberater.

neuer KlassenraumUm die räumlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen im AVdual zu schaffen, wurden in den Sommerferien zwei neue Klassenzimmer (B223 und B225) in unmittelbarer Nähe zum schon vorhandenen B220 eingerichtet. Dass alle drei Klassenzimmer nah beieinander liegen, ist auch deshalb wichtig, weil die Stundenpläne in allen drei Klassen weitgehend übereinstimmen, um zum Beispiel in der offenen Lernzeit auch klassenübergreifend zusammenarbeiten zu können.

Erfolgreiches Lernen im AVdual heißt an der WMS aber auch Lernen außerhalb des Klassenzimmerns: Bereits in BVJ und AVB etablierte Projekte wie das Bewirtschaften von Streuobstwiesen oder das gemeinsame Holzmachen im Wald werden im AVdual fortgesetzt. Und fehlen darf zum Schuljahresende natürlich auch nicht die jährliche Fahrt nach Südfrankreich. Um für die Mountainbike-Touren dort fit zu sein, wird während des Schuljahres trainiert. (en)

Weitere Informationen zum AVdual und Filmbeispiele zum individualisierten Lernen (die zum Teil an der Nachbarschule JJWS gedreht wurden), finden sich unter: https://www.uebergangschuleberuf-bw.de/bausteine/ausbildungsvorbereitung-dual/

Fotos: pixabay und K. Hegenbart

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