„Sie haben Hervorragendes geleistet“

Maybachpreistraeger 2018Die Preisträger Marlon Fried, Fabian Mugele, Tim Oberhardt, Nils Simmendinger und Anja Schäfer mit dem schuleigenen Maybach Die Wilhelm-Maybach-Schule hat ihre fünf besten Absolventen des vergangenen Schuljahres mit der Verleihung des Maybach-Preises am Freitag, 9. März 2018, ausgezeichnet. „Sie haben Hervorragendes geleistet, geehrt wird aber auch ihre Persönlichkeit“, betonte Friedrich Beck vom Vorstand der Wilhelm und Karl Maybach Stiftung in seinen Glückwünschen an die Preisträger.

Einer der Maybach-Preisträger ist Marlon Fried, der in seiner Technikerarbeit eine Vorrichtung konstruiert hat, um hydraulische Rettungsgeräte ferngesteuert zu testen. Damit hat er ein Problem bearbeitet, das er aus seinem Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr kennt: Bislang musste die Sicherheit und Funktionsfähigkeit etwa einer Rettungsschere unter hohem Druck direkt am Gerät geprüft werden, was gefährlich werden konnte, wenn diese defekt war.

Der mit einem weiteren Preis ausgezeichnete Industriemechaniker (Südwestdeutsche Salzwerke AG) Tim Oberhardt engagiert sich in seiner Freizeit ebenfalls bei der Feuerwehr sowie der Jugendvertretung seines Betriebes. Nils Simmendinger (Elektroniker für Geräte und Systeme, Robert Bosch GmbH) wurde auch deshalb als Klassenbester geehrt, weil er sich im Unterricht durch besonderes Interesse und hartnäckige Nachfragen hervorgetan hat. Der Staatlich geprüfte Techniker Fabian Mugele hat sich nie mit den angegebenen Musterlösungen zufrieden gegeben. Anja Schäfer erhielt den Maybach-Preis als beste Staatliche geprüfte elektrotechnische Assistentin (Zweijähriges Berufskolleg) und hat zudem im Schüleraustausch mit Polen besonderen Einsatz gezeigt.

Thomas GesslerThomas Gessler, Urenkel von Wilhelm MaybachAgnes ChristnerAgnes Christner, Bürgermeisterin der Stadt HeilbronnFriedrich BeckFriedrich Beck, Vorstandsmitglied der Maybach StiftungChristoph FelderChristoph Felder, Schulleiter des Karl-Maybach-Gymnasiums

Die Preisträger erhielten Urkunden, Maybach-Büsten und einen Besuch bei MTU Friedrichshafen, der früheren Maybach-Motorenbau-GmbH, die der geniale Motoren- und Automobilkonstrukteur Wilhelm Maybach 1909 mit gegründet und die sein Sohn Karl geleitet hatte. Welche Relevanz die beiden Konstrukteure heute noch haben, da der Verbrennungsmotor zunehmend in Frage gestellt wird und die Zukunftsthemen Digitalisierung und Industrie 4.0 lauten – diese von Schulleiter Dieter Thumm eingangs gestellte Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Festveranstaltung.

Wilhelm Maybachs Urenkel, Thomas Gessler, sieht die Automobilbranche vor dem größten Wandel ihrer Geschichte. „Wir müssen Abschied vom Mythos Auto nehmen“, so Gessler, der zugleich betonte, dass sich die Zukunft der Mobilität mit den Tugenden Wilhelm Maybachs „Fleiß, Zielstrebigkeit, Stehvermögen, Mut und Bescheidenheit“ gestalten lasse.

RieggerFestredner Dr. Peter Riegger von der MTU Friedrichshafen, der früheren Maybach-Motorenbau GmbHDr. Peter Riegger, Director Research and Technology bei der MTU Friedrichshafen zeigte sich in seinem Vortrag über „Industrieantriebe auf dem Weg in die Zukunft“ überzeugt davon, dass Diesel- und Verbrennungskraftmotoren auch künftig noch gebraucht würden etwa für Bau- und Landmaschinen oder im Bergbau. Zugleich hob er hervor, dass Energie so effizient und umweltfreundlich wie möglich genutzt werden müsse. Als Beispiel stellte er hybride Bahn-Antriebe der MTU vor, die bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein reiner Dieselantrieb verbrauchen.

Nach der Preisverleihung lud der Förderverein der Wilhelm-Maybach-Schule zum Stehempfang ein. (en)