Auf dem Weg zur smarten "Lernfabrik 4.0"

Die Wilhelm-Maybach-Schule Heilbronn bewirbt sich gemeinsam mit der kaufmännischen Gustav-von-Schmoller-Schule im Rahmen des Förderaufrufs des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen um den Standort einer „Lernfabrik 4.0“.

Das Land Baden-Württemberg will sich als Leitanbieter und Leitmarkt für Industrie 4.0 etablieren. Dabei soll die Bandbreite von Technologien für die Produktion der Zukunft in den Laboren und Lernfabriken 4.0 dargestellt werden, um Auszubildende in Elektro- Metall- und IT-Berufen und Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Weiterbildungskursen auf die Anforderungen der Industrie 4.0 vorzubereiten.

Mit den Lernfabriken 4.0 sollen gleichzeitig regionale Orte für die Demonstration von typischen Prozessen in der Produktion der Zukunft geschaffen werden, bei denen Entscheider aus Unternehmen sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich Digital 4.0 austauschen und informieren können.

Umsetzung an der Wilhelm-Maybach- und der Gustav-von-Schmoller-Schule

Einbeziehung von Partnern

Für die Entwicklung des pädagogischen Konzepts ist den beiden Schulen die Einbeziehung von dualen Partnern, Betrieben und der Hochschule wichtig.

Pädagogisches Konzept für das verkettete Maschinensystem

Ein Bestandteil des Konzepts wird die Einrichtung eines verketteten Maschinensystems an der Wilhelm-Maybach-Schule sein:

Es besteht aus einem zukunftweisenden flexiblen Transportsystem, das die Verknüpfung mit den Produktionsmaschinen und der Warenlogistik darstellt. Von einem Lager ausgehend wird durch Handhabungsgeräte und Robotern ein Produkt erstellt. Gesteuert wird die Anlage durch ein ERP- (Enterprise Resource Planning) System. Hier entstehen vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit der Gustav-von-Schmoller Schule als kaufmännischem Partner. Durch die direkte Anbindung an das System der Prozessautomatisierung wird die realitätsnahe Steuerung und Kontrolle der Produktion in „Echtzeit“ ermöglicht. Reale Daten können somit generiert und für einen praxisnahen kaufmännischen Unterricht eingesetzt werden.

Pädagogisches Konzept für die Grundlagenlabore

Damit das verkettete Maschinensystem verstanden werden kann, sind außerdem zwei Grundlagenlabore geplant, in denen die Themen Steuerungs- und Regelungstechnik, Robotik und Vernetzung mit den Schülern erarbeitet werden. Dazu werden kleinere, aus dem Maschinesystem ausgelöste Komponenten angeschafft. Die Schüler lernen und verstehen so in Lernsituationen und Lerneinheiten im Stand der neuesten Technik, Details des Maschinensystems und sehen im Anschluss den Zusammenhang der Lerneinheiten in einer kompletten Produktionsanlage. In den Lerneinheiten werden außerdem Technologien der Vernetzung mit dem Internet, Anbindung an die Cloud und Datensicherheit wichtige Themen sein.

Auswahl der Komponenten

Um einen maximaler Praxisbezug und die Identifikation herzustellen, sollen möglichst viele Industriekomponenten verwendet werden. Dies schafft zudem einen weiteren Anknüpfungspunkt zu den dualen Partnern und Betrieben der Region. Schon vorhandene Disziplinen wie z.B. die CNC-, CAD-CAM-Technik, die mit dem 3-DDrucker und der 5-Achs-Frasmaschine umgesetzt werden, werden in das VMS integriert. Durch die Integration der schon vorhandenen Kompetenzen und Disziplinen werden diese weiter gestärkt und als die organische Voraussetzung für das VMS verstanden.

Zielsetzung und Benefit

Ziele der Schulen

Die Gustav-von-Schmoller-Schule verspricht sich von der Zusammenarbeit einen Einblick in gewerblich-technische Zusammenhänge und ein praxisnahes Sichtbarmachen von entscheidungsrelevanten Schnittstellen und Zuständigkeiten in der Produktion. Dadurch wird ein besseres Verständnis für digitalisierte Prozesse ermöglicht. Durch eine prozess- und realitätsnahe Lernumgebung ist eine höhere Identifikation und somit ein schnellerer Einstieg in die Lernthematik sowie ein nachhaltiger Lernerfolg möglich. Das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation im System kann durch experimentelles Erleben neuer Technologien besser verstanden werden. Es wird eine Verbindung der Betriebswirtschaft hin zur Informatik bis zur Produktion ermöglicht. Die Kooperation mit der Wilhelm-Maybach-Schule ermöglicht zudem einen Wissensaustausch zwischen den gewerblich-technischen Schülern und kaufmännischen Schülern.

Für die Wilhelm-Maybach-Schule ergibt sich der Mehrwert der Lernfabrik in einem Blick in die Zukunft vernetzter moderner Produktionstechnologien. VMS und die Labore bieten auch Handwerksbetrieben und kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle unter dem Gesichtspunkt Industrie 4.0 weiterzudenken und weiterzuentwickeln. Angeregt durch Workshops, Vorträge und Gesprächs- und Diskussionsrunden soll das VMS als Demonstrationszentrum zur Verfügung stehen.

Benefit für Schüler, Betriebe und die Region

Das gemeinsame Konzept zur Lernfabrik der Schulen bereitet Schülerinnen und Schüler auf ihr zukünftiges Arbeitsleben vor und unterstützt die Betriebe in der Gewinnung optimal qualifizierter Fachkräfte in der Stadt und der Region und bietet Impulse zur Digitalisierung.

Ansprechpartner:

wms
Dieter Thumm
Schulleiter
Wilhelm-Maybach-Schule Heilbronn
Sichererstr. 17
74076 Heilbronn
Tel 07131 56-2901
gvss
Gabriele Tepaß
Schulleiterin
Gustav-von-Schmoller-Schule
Frankfurter Straße 63
74072 Heilbronn
Tel 07131 56-2446
 

Weitere Informationen

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