"Technik, Geschichte und Freiheit" - Studienfahrt nach Rastatt

Technik, Geschichte und Freiheit, das waren die Themen der Exkursion „Abitur-Repetitorium GGK“.

Der Ausflug begann 7:30 Uhr an der Wilhelm-Maybach-Schule, Teilnehmer waren neben den GGK-Prüflingen auch geschichtsbegeisterte Lernende der 12. Klasse.

Nach einer knapp zweieinhalb Stunden langen Fahrt kamen wir auch schon an unserem ersten Reiseziel an, dem beeindruckenden, fast 1.480.000 m² großen Betriebsgelände des Mercedes-Benz-Werks in Rastatt. Dort wurden wir in der einladenden Empfangshalle mit Videospielen, Rutschen, Skulpturen und selbstverständlich den neuesten und ältesten Autos der Benz-Reihe begrüßt. Nach einer kurzen Spielpause wurden wir dann auch schon mit einem kleinen Begrüßungsfilm offiziell empfangen, der die Aufgaben, Errungenschaften und natürlich die Ziele von Mercedes-Benz aufzeigte (beispielsweise umweltschonendere Autos, Automatisierungen dieser und erhöhte Sicherheit sowohl für den Fahrer als auch für seine Mitmenschen). Sicherheit wird in der Firma sowieso „GROßgeschrieben“, denn unmittelbar nach der Filmpräsentation wurden uns Schutzbrillen und Führungskopfhörer für die Exkursion durch das Werk ausgeteilt. Wir starteten die Rundtour also mit einer selbstverständlich mit dem Bus realisierten Geländebesichtigung. Dazu gehört bei einer Firma wie Mercedes-Benz natürlich eine betriebseigene Feuerwehr, ein Tagungshaus, ein schier endloser Parkplatz und vieles mehr. Den Mitarbeitern stehen wegen der Größe des Geländes Fahrzeuge wie zum Beispiel Fahrräder zur Verfügung.

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Nächster Halt war in der mit 1400 selbstarbeitenden Roboterarmen fast vollautomatisierten Karosserieabteilung, in der alles wie in einem Uhrwerk sowohl zeitlich als auch räumlich bis auf den kleinsten Nenner zusammenarbeitet. Dort konnten wir die vorher ausgeteilten Schutzbrillen wegen Schweiß-, Stampf-, Säge- und anderen Arbeiten zwar gebrauchen, jedoch sorgt Mercedes hierbei selbst für ausreichenden Schutz mit Abdeckungen, Lichtschutz und anderen Maßnahmen.

Wir sahen aus nächster Nähe, wie das Grundgerüst des Autos vollautomatisiert zusammengebaut wird, die dort arbeitenden Menschen sind hierbei nur für Wartungsarbeiten und für kleinere Hebe- und Transportarbeiten notwendig (ein eher nachdenklich stimmendes Bild oder mit den Worten von South Park „SIE KLAUEN UNSERE JOBS!“. Hierbei stellt sich die Frage, ob die menschliche Arbeit in modernsten Werken nicht überflüssig wird. Ist das die Abschaffung des Menschen als Arbeitskraft, wie wir sie kennen? Werden Menschen möglicherweise schon bald nur noch als Programmierer notwendig sein? Man weiß es noch nicht, aber genau deshalb sollten wir jetzt darüber nachdenken.).

Anschließend gingen wir auch schon in die Montageabteilung, in der aus der einfachen Karosserie der Mercedes-Benz gemacht wird. Hierbei setzt man auf neueste Technologie in sämtlichen Bereichen, von der Lackierung über den Zusammenhalt der einzelnen Bauteile bis hin zur „Intelligenz“ des Autos. Hier arbeiten größtenteils Menschen auf dem Fließband ebenso wie Roboter, nämlich wie ein gut abgestimmtes Uhrwerk. An Anschauungsmaterial fehlte es auf keinen Fall, denn wir liefen durchgehend über den Köpfen der Arbeiter und den Robotern hinweg und konnten so jeden Handgriff selbst mitverfolgen.

So sahen wir den Prozess, der normalerweise 24 Stunden umfasst, in knappen zwei Stunden. Den Abschluss der Führung machte eine selbstredende A-Klasse.

Das war der erste Abschnitt der Exkursion, die nach einer knapp zweistündigen Mittagspause in der malerischen Altstadt von Rastatt im ersten im Barockstil gestalteten Schloss Deutschlands ihre zweite Hälfte fand.

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Darin befindet sich unter anderem das „Freiheitsmuseum“, in dem wir zum Anlass des Thementags „Meinungsfreiheit“ in einem Konferenzraum ein Einstiegsgespräch zu jener machten. Was ist Meinungsfreiheit? Wo endet diese? Wie verbreitet und ausgebildet ist diese in der Welt? Hilfestellung gaben uns hierbei die kompetenten Seminarleiter mit Bildern.

Anschließend traten wir die Führung durch die Ausstellung „Teilung Deutschlands“ an, in der neben Originaldokumenten auch ein echtes Stück der Mauer, Lebensgeschichten von Zeitzeugen und viele weitere gut ausgearbeitete Materialien (wie beispielsweise ein „Stasi-Raum“, in dem man Bilder, Geschichten und echte Telefonate der Stasi anhören konnte) zu erkunden und den anderen Schülerinnen und Schülern zu erklären waren.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema wurden wir also in fünf Gruppen eingeteilt, die in dem jeweilig dazugehörigen Raum die Themen „Freiheitsbewegung 1945-61, 1961-89“, „Ministerium für Staatssicherheit“, „Jugend zwischen Auflehnung und Anpassung“, „Friedliche Revolution und deutsche Einheit“ erarbeiten, diskutieren und hinterfragen sollten. Die Mitarbeiter halfen dabei mit ausführlichen Erklärungen und Denkanstößen. Anschließend präsentierten sämtliche Gruppen ihre Ergebnisse in dem jeweiligen Themenraum.

Zum Abschluss trafen wir uns noch einmal im Konferenzraum und diskutierten nach dieser kleinen Exkursion durch die Geschichte, in der die Meinungsfreiheit eine unwahrscheinlich große Rolle spielte, noch einmal über jenes Grundrecht. Das Ergebnis ist selbstverständlich nicht eindeutig festlegbar, jedoch war die Aufarbeitung aller Themen eine, für meine Begriffe, gute Vorbereitung für mein Abitur im Fach GGK.

Zu guter Letzt will ich noch betonen, wie wichtig das Grundrecht der Meinungsfreiheit ist, denn was für uns doch so unscheinbar und selbstverständlich wirkt, ist kein Massenphänomen, da in großen Teilen der Welt nach wie vor Unterdrückung und Überwachung herrschen, wie es damals in der DDR auch gang und gäbe war. Wir sollten mit unserer Meinung jedoch auch etwas Sinnvolleres anstellen, als nur das Mittagessen zu posten.

 

Maximilian Moser, TGI 13/5

 

Wir als begleitende Lehrkräfte sprechen den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein großes Lob aus: Wir waren mit einer überaus angenehmen Gruppe unterwegs, die sich durch Höflichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit sowie durch gute Laune bei strahlendem Sonnenschein auszeichnete. Von einer solch schönen Atmosphäre zehren auch wir Lehrerinnen und Lehrer lange.

 

Kristina Schoch, Peter Schmid und Holger Eisfelder

 

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