Maybach-Tag 2019: Ehrung für besondere Leistungen

Preistraeger Maybachtag 2019Die Maybach-Preisträger 2018: Corinna Hagmeier, Marcel Conz, Esther Ströbele, Tim Scheerer und Fabian Osterberg (von links nach rechts) neben dem schuleigenen Maybach SW 38. Die Preisträger erhielten Urkunden und eine zweitägige Studienreise zur MTU Friedrichshafen, der früheren Maybach-Motorenbau-GmbH.Die Wilhelm-Maybach-Schule hat ihre fünf besten Absolventen des vergangenen Jahres mit der Verleihung des Maybach-Preises am Freitag, 29. März 2019, geehrt. „Sie haben sich durch besondere Leistungen und gute Eigenschaften ausgezeichnet, die Grundlage für ein erfolgreiches Leben sind“, betonte Irmgard Schmid-Maybach, die Enkelin von Wilhelm Maybach, in einem Grußwort an die Preisträger. Sie hat den Maybach-Preis vor 39 Jahren gestiftet und verband damit den Wunsch, diejenigen auszuzeichnen, die sich wie ihr Großvater mit schulischer Bildung nach oben gearbeitet haben.

Einer der Maybach-Preisträger ist Tim Scheerer, der seine Ausbildung zum Mechatroniker mit einem Durchschnitt von 1,5 absolviert und zudem an der Abendschule die Fachhochschulreife erworben hat. Für die Belastung durch Zusatzunterricht und Zusatzprüfung habe ihn vor allem die Klassengemeinschaft in der Abendschule motiviert, berichtete Scheerer im Gespräch mit Heiko Rebstock, dem stellvertretenden Schulleiter der Wilhelm-Maybach-Schule, der die Preisträger vorstellte. Doch damit nicht genug: Scheerer engagiert sich zudem im Evangelischen Jugendwerk Weinsberg und arbeitet dort bei Freizeiten mit.

Weitere Maybach-Preise gingen an Corinna Hagmeier, die sich als Technische Systemplanerin für den Bau großer Stahlhallen begeistert und an Esther Ströbele für herausragende Leistungen bei ihrem Abschluss als Staatlich geprüfte Fertigungstechnikerin. Marcel Conz berichtete bei der Preisverleihung, wie hilfreich seine Weiterbildung als Automatisierungstechniker dafür gewesen sei, dass er heute im technischen Vertrieb vor Ort bei Kunden schneller Lösungen finden könne. Fabian Osterberg, der sein Abitur am Technischen Gymnasium mit einem Durchschnitt von 1,0 bestanden hat, riet den anwesenden Schülerinnen und Schülern in der vollbesetzten Aula dazu, die Schulzeit zu genießen. „Ihr werdet merken, dass ihr jetzt noch unbekümmert und frei seid“, so Osterberg. Sein Erfolgstipp sorgte für Schmunzeln: „Seid weniger am Handy, dann habt ihr mehr Zeit für andere Sachen.“

Das Grußwort an die Preisträger von Irmgard Schmid-Maybach, die hochbetagt in San Francisco lebt, übermittelte Friedrich Beck vom Vorstand der Wilhelm und Karl Maybach-Stiftung. „Die Stiftung hat sich der Ausbildung und Förderung junger Talente verschrieben, da man aufgrund des Lebensweges von Wilhelm und Karl Maybach jungen Menschen etwas zurückgeben möchte“, erläuterte Beck. Wilhelm Maybach war mit zehn Jahren Vollwaise geworden und habe das Glück gehabt, dass im Bruderhaus Reutlingen seine besonderen Talente entdeckt und gefördert wurden. Ebenso wie Bürgermeister Wilfried Hajek, der den Preisträgern im Namen des Schulträgers gratulierte, wies Beck darauf hin, dass Wilhelm Maybach neben Nicolaus Otto, Carl Benz und Gottlieb Daimler in die Riege der vier großen Automobilpioniere gehöre.

Preisuebergabe 1Friedrich Beck (links) von der Wilhelm und Karl Maybach-Stiftung überreichte Corinna Hagmeier ihren Maybach-Preis zusammen mit Christoph Ringwald, Direktor Unternehmenskommunikation der Rolls-Royce Power Systems AG. Im Bild (rechts) zudem Klassenlehrer Reinhard Duin. Friedrich Beck überreichte die Preise zusammen mit Christoph Ringwald, Direktor Unternehmenskommunikation der Rolls-Royce Power Systems AG. Unter deren Dach ist die Motoren- und Turbinen-Union (kurz MTU) Friedrichshafen angesiedelt, die frühere Maybach-Motorenbau GmbH, die Wilhelm Maybach mit gegründet und die sein Sohn Karl geleitet hat. Ringwald berichtete, dass die Maybach-Motorenbau GmbH vor 100 Jahren ihre eigene Lehrwerkstatt eingerichtet hat, um den Bedarf an bestmöglich ausgebildeten Facharbeitern zu decken, und unterstrich in seinem Grußwort, wie wichtig Lehrer und Ausbilder für hervorragende Leistungen sind.

Die Bedeutung einer „fundierten Ausbildung“ hob auch Bodo Hermann, Mitglied der Geschäftsleitung des Automatisierungsspezialisten B&R Industrie-Elektronik GmbH, hervor: „Damit gestalten Sie die Zukunft, damit wir in Europa führend sind“, sagte er mit Blick auf die anwesenden Schülerinnen und Schüler. In seinem Vortrag über „Wege zur Industrie 4.0“ skizzierte Hermann unter anderem die aktuellen Veränderungen in den Bereichen Kommunikationsinfrastruktur, Mensch-Maschine-Interaktion und Smart Factory.

Damit umriss er eine digitale Arbeitswelt, für die die Wilhelm-Maybach-Schule als Standort einer „Lernfabrik 4.0“ künftig noch besser vorbereiten kann, wie Schulleiter Dieter Thumm erläuterte. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts zur „Lernfabrik 4.0“ an der Wilhelm-Maybach-Schule ist die Einrichtung eines verketteten Maschinensystems, das eine komplexe automatisierte Produktionsanlage abbildet. Wirtschaftsministerium, Stadt Heilbronn und regionale Firmen stellen dafür 814.000 Euro zur Verfügung.

Nach der Preisverleihung lud der Förderverein der Wilhelm-Maybach-Schule zu einem Stehempfang ein. (en)

Aktuell sind 78 Gäste und keine Mitglieder online