Schulpartnerschaft mit dem Lycée Ettore Bugatti

Ende März 2019 kamen die Berufskraftfahrerschüler aus Illzach (Muhlhouse) für eine Woche zum Gegenbesuch nach Heilbronn.

Die An- und Abreise nutzten die Franzosen zu Fahrschulübungen abseits der Autobahn auf deutschen Bundes- und Landstraßen. Der Führerschein gehört bei den Berufskraftfahrern in Frankreich zur Ausbildung.

Die deutschen Kollegen des zweiten Lehrjahrs hatten mit ihren Fachlehrern ein ihrem Ausbildungsberuf angepasstes Programm vorbereitet.

Der fachliche Schwerpunkt an der WMS war Ladungssicherung. Hierbei geht es um Kräfte, die beim Transport einer Ladung durch Fliehkräfte beim Beschleunigen, Bremsen, Kurvenfahren usw. auf sie einwirken. Diese Kräfte sind berechenbar und müssen durch entsprechende Vorrichtungen wie Gurte, Antirutschmatten und andere Sperrvorrichtungen an jeglicher Bewegung gehindert werden. Diese Berechnungen wurden in einem Theorieunterricht exemplarisch erklärt. Arbeitsunterlagen zur Berechnung waren in deutscher und französischer Sprache vorbereitet.
Der praktische Teil zur Ladungssicherung wurde im Technikbereich an den schuleigenen Lastwagen durchgeführt. Unterschiedliche Ladungen wurden nach vorheriger Berechnung mit Spanngurten fixiert.
Die bis zu 20 Meter langen Spanngurte müssen nach Gebrauch wieder aufgerollt werden. Dazu gab es einen praktischen Aufgabenteil, einen Spanngurtaufroller anzufertigen. Diese Arbeit wurde in Partnerarbeit durchgeführt, indem die deutschen Schüler ihren französischen Kollegen handwerkliche Hilfestellungen anboten.

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Eine ganztägige Exkursion führte nach Wörth am Rhein zur Besichtigung des Lkw-Montagewerks der Daimler AG. Das Werk hat eine gigantische Größe. Wir erlebten die Produktion von Nutzfahrzeugen, deren Auslieferung und die Fahrerschulung. Im Infozentrum wurde gezeigt, welche verschiedenen Aufbauten zu Fahrzeugtypen wie z.B. dem Sprinter möglich sind. Die französischen Schüler vernahmen interessiert, dass im Werk viele Pendler aus dem nahen Elsass beschäftigt sind. Darüber hinaus sahen sich einige Schüler schon gedanklich am Steuer eines der gerade vom Band kommenden Trucks sitzen.

Das Ziel einer halbtägigen Exkursion war die Ortschaft Krautheim im Jagsttal. Dort hat die Firma Rüdinger -Transport und Logistik- ihren Firmensitz. Der Firmenchef, Herr Roland Rüdinger, führte uns durch die modernen Werksanlagen. Die Vision für sein Unternehmen ist der Logistikstandart 4.0. Das bedeutet den Einsatz von Robotern und digitalen Erfassungssystemen zur Einsparung von Personal und zur Vermeidung von Fehlern. Als aktuelles Beispiel zeigte er uns das automatische Messsystem für Profiltiefe, Reifendruck und Verformung in der Reifenmessanlage, die bei langsamer Überfahrt über das Messfeld dem Fahrer die entsprechenden Werte anzeigt.

In einer ausgedehnten Stadtführung erfuhren die Schüler etwas über die Geschichte von Heilbronn und über die derzeitige Entwicklung und Erneuerung der Stadt. Einen Eindruck davon hatten die Franzosen bereits im Umfeld der Jugendherberge im neuen Stadtviertel Neckarbogen gewonnen. Innerhalb der Stadt besichtigten wir kulturelle Einrichtungen wie das Stadttheater mit seinen verschiedenen Werkstätten. Zum Besichtigungsprogramm gehörte auch der Besuch im Rathaus, die Besteigung des Kirchturms der Kilianskirche, die Frühstückspause in der Volkshochschule und vieles mehr. Die Modellansicht der völlig zerstörten Innenstadt nach der Bombardierung am 4.Dezember 1944 machte uns alle sehr betroffen.

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Die Probefahrt mit dem schuleigenen, historischen Maybach SW38 und ein gemeinsames Abendessen mit dem Austausch persönlicher Fotos und Erlebnissen rundeten das Besuchsprogramm ab.

Der Schüleraustausch wurde finanziell gefördert durch das Deutsch-Französische-Jugendwerk, die Walter- und Gretel-Bender-Stiftung und den Förderverein der Wilhelm-Maybach-Schule HN.

(GJ)

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